Adoptions- und Betreuungszentrum "Kinderhilfswerk"

"Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf“ Matthäus 18,5

Das Adoptions- und Betreuungszentrum "Kinderhilfswerk" mit Sitz in Kraków ist eine nicht öffentliche Einrichtung  im Sinne des Gesetzes vom 12. März 2004 über Sozialhilfe (GBl. von 2008 Nr. 115, Ziffer 728), die überwiegend aus Mitteln der Stadtgemeinde Kraków durch Vermittlung des Städtischen Zentrums für Sozialhilfe in Kraków sowie durch das "Kinderhilfswerk" Rupert-Mayer-Stiftung finanziert wird.

Gründungsorgan und Verwalter des Zentrums ist der Provinzobere Südpolens der Gesellschaft Jesu in Krakau.

Die Grundlage und die Idee der Arbeit des Adoptions- und Betreuungszentrums ist die Unterstützung des natürlichen Rechtes des Kindes auf ein würdiges Leben und auf eine Familie in Anlehnung an die Grundsätze der christlichen Erziehung. Diese Ziele werden verfolgt, indem  die natürliche Familie des Kindes unterstützt wird und die Bewerber auf ihre Aufgabe als Ersatz- oder Adoptiveltern, oder als befreundete Familie oder als Volontär zugunsten von sozialen Waisen, die sich in Einrichtungen oder in einer Ersatzbetreuung befinden, vorbereitet werden.

 Das Adoptions- und Betreuungszentrum arbeitet mit Familiennotdiensten, Ersatzeltern, Familienkinderheimen sowie Betreuungs- und Erziehungseinrichtungen eng zusammen.

 Hauptmerkmale der Arbeit des Adoptions- und Betreuungszentrums (ABZ):

  * Ausbildung und Qualifikation der Bewerber für Adoptionsfamilien und Abwicklung der mit der Adoption des Kindes verbundenen Verfahren

Das Zentrum hat über einen Zeitraum von 15 Jahren eine eigene Methode der Vorbereitung von Familien entwickelt, die ein Kind adoptieren wollen. Die Bewerber verbringen im Rahmen der Ausbildung fünf Wochenenden in der Niederlassung des Zentrums in Żmiąca bei Limanowa (wo sich im Betreuungs- und Erziehungszentrum drei Gruppen von Kindern im Alter von 3 bis 10 Jahren aufhalten). Sie müssen an Ausbildungstreffen mit einem Juristen sowie mit Pädagogen und Psychologen teilnehmen.

Ein sehr wichtiger Aspekt bei den Aufenthalten der Bewerber in Żmiąca ist der direkte Kontakt mit den Kindern, die von sozialer Verwaisung betroffen sind. Dabei    können sich die Familien, die sich um eine Adoption bemühen, im Kontakt mit den Kindern bewähren, ihre Erwartungen und Motivationen, die mit der Tatsache verbunden sind, dass sie Eltern werden, noch einmal überprüfen, aber sich auch ihren Ängsten stellen, die mit den Problemen der Vergangenheit und der Herkunft der Kinder aus funktionsgestörten Familien zusammenhängen. Die Aufenthalte im Zentrum tragen dazu bei, dass sich ihr Bild von "Kindern aus pathologischen Familien" oder "Kindern aus  Kinderheimen" radikal ändert, denn sie treffen hier anstatt "armer Waisen" Kinder, die neugierig auf die Welt, spontan und ideenreich sind.

Für unsere Kinder werden die Kontakte mit den Familien, die sich auf die Adoption vorbereiten, zu einer weiteren Erfahrung, die die schmerzhaften   Erinnerungen zu überwinden hilft. Durch gemeinsames Spiel, Spaziergänge,   Mahlzeiten und Teilnahme an der Heiligen Sonntagsmesse überzeugen sie sich, dass die Erwachsenen auch liebevoll, herzlich und fürsorglich sein können.

Manchmal sind die Treffen in Żmiąca der Anfang für ein gemeinsames Leben der Adoptionsfamilie und des Kindes. Selbstverständlich kommen die   Adoptionsbewerber nicht nach Żmiąca, um sich "ein Kind auszusuchen". Es kommt allerdings vor, dass die gemeinsam verbrachte Zeit eine besondere Beziehung, eine   außergewöhnliche Regung des Herzens auslöst. Dann (erst nach dem  Ausbildungsabschluss und dem Erwerb der Qualifikation als Adoptionsfamilie)  können die Bewerber die Mitarbeiter des Adoptions- und Erziehungszentrums nach der Rechts- und Familienlage eines bestimmten Kindes fragen. Wenn die Rechtslage des Kindes es erlaubt, kann die Familie Kontakt mit dem Kind aufnehmen und es an seinem Aufenthaltsort besuchen. Im Falle von älteren Kindern, die viele negative Erfahrungen mit sich tragen, ist es besonders wichtig, dass die Zeit der Begegnungen mit den zukünftigen Eltern entsprechend lang ist. Wichtig sind auch die Einstellung des Kindes sowie seine Reaktionen auf die Initiative der Familie.

* Ausbildung und Qualifikation von Bewerbern, die ihre Bereitschaft erklären, die Funktion einer Ersatzfamilie – welcher Art auch immer – zu erfüllen oder ein Familienkinderheim zu unterhalten

Die Ausbildung der Bewerber findet im Zentrum Żmiąca statt, wo sie fünf Wochenenden verbringen. In dieser Zeit werden für sie Bildungstreffen auf den Gebieten Pädagogik, Recht und Psychologie veranstaltet.

Eine Ergänzung des theoretischen Wissens stellen die Kontakte der Bewerber mit den sich im Betreuungs- und Erziehungszentrum aufhaltenden Kindern dar. Durch die Teilnahme am Leben der einzelnen Gruppen (Spiele, Spaziergänge, Unterricht, Mithilfe bei häuslichen Arbeiten) lernen die Ausbildungsteilnehmer die Probleme der sozial Verwaisten sowie die Fragen der Betreuung und Erziehung der Kinder, die aus funktionsgestörten Familien kommen, praktisch kennen. Unsere jahrelange Praxis zeigt, dass diese Art der Arbeit mit den Bewerbern es ihnen erlaubt, Erfahrungen zu sammeln, die sie dann oft in der Eigenschaft als Ersatzbetreuer  nutzen können.

  • Unterstützung der berufsmäßigen, mit dem Kind nicht verwandten Ersatzfamilien, wie Familiennotdienst und berufsmäßige Spezialersatzfamilien sowie Unterstützung der Kinder, die sich in den erwähnten Ersatzfamilien aufhalten
  • Unterstützung der mit dem Kind verwandten und nicht verwandten Ersatzfamilien (nicht berufsmäßig)
  • Selbsthilfegruppen für Personen, die Familienerziehungseinrichtungen (Familienkinderheime) führen
  • Erstellen von Gutachten für Bewerber, die den Status einer befreundeten Familie erhalten wollen
  • Unterstützung bei der Organisation der Sommererholung in Żmiąca für Kinder aus Ersatzfamilien unterschiedlicher Art, aus Familienkinderheimen, aus Betreuungs- und Erziehungseinrichtungen (in zwei Ferienlagerdurchgängen)

Das Zentrum unterstützt jedes Jahr die Sommerferienaktion, die von der Stiftung "Kinderhilfswerk" organisiert wird. Alljährlich verbringen etwa 180 Kinder (aufgeteilt in zwei Durchgänge von je zweieinhalb Wochen) ihre Sommerferien im Ferienlager Żmiąca. Diese Kinder leben in Ersatzfamilien unterschiedlicher Art sowie im Betreuungs- und Erziehungszentrum. Die Ausstattung des Kinderzentrums in Żmiąca (Schwimmbad, Sportplatz, zwei Spielplätze, Obstgarten sowie die den Bedürfnissen der Kinder  angepasste Unterkunft) schafft sehr gute Erholungsbedingungen für Kinder und Jugendliche.

In die Betreuung der Kinder sind während jedes Durchganges 40 Volontäre (seit 2007 sind auch Volontäre aus den USA dabei) einbezogen, die die Mitarbeiter des Adoptions- und Betreuungszentrums (Pädagogen und Psychologen) unterstützen. Jede Gruppe, bestehend aus sieben bis acht Kindern, wird rund um die Uhr von drei bis vier Volontären betreut. Dadurch kann zu jedem Kind ein individueller Kontakt hergestellt werden. 

Den Kindern, die in Żmiąca ihre Sommerferien verbringen, werden zahlreiche Attraktionen angeboten. Sie nehmen u.a. an Sportwettkämpfen (Ballspielturnieren, Olympiaden), landeskundlichen Exkursionen sowie Abendvorstellungen, die sie auch selbst vorbereiten, teil.

  • Unterstützung (pädagogisch, juristisch, psychologisch) der Adoptions- und Ersatzfamilien; Zusammenkünfte, Gespräche, Fachberatung für Adoptions- und Ersatzfamilien
  • Unterstützung der Arbeit der Volontäre während des ganzen Jahres

Das Adoptions- und Betreuungszentrum unterstützt das ganze Jahr über die Arbeit der Volontäre (etwa 80 Personen), die in Ersatzfamilien unterschiedlicher Art sowie im Betreuungs- und Erziehungszentrum tätig sind. Die Aufgaben der Volontäre werden in einer Vereinbarung festgelegt, die sie mit dem Direktor des Zentrums schließen und unterschreiben. Sie helfen den Kindern bei den Hausaufgaben, gestalten deren Freizeit, nehmen sie zu Ausflügen mit. Jeder ehrenamtliche Mitarbeiter verpflichtet sich wöchentlich zu mindestens  zwei Stunden karitativer Arbeit.

Das Zentrum organisiert jeden Monat Gruppentreffen für Volontäre. Sie dienen der Verbesserung der Qualifikation der Volontäre und finden in der Form von Schulungen statt, die von Pädagogen und Psychologen durchgeführt werden. Sie bieten auch Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, die den Volontären begegnenden Schwierigkeiten zu erörtern sowie nach Lösungen der dargestellten Probleme zu suchen.

  • Unterstützung für Mütter, die ein Kind erwarten und einen Anspruch auf psychologische und pädagogische Fachberatung sowie Rechtshilfe haben, die die Übertragung der elterlichen Sorge und die Einwilligung in die Adoption betrifft –ohne Benennung der das Kind annehmenden Personen
  • Erteilung einer Rechts-, pädagogischen und psychologischen Beratung auf Antrag der Familien, die sich beim ABZ melden
  • Vermittlung von Kenntnissen über die Ersatz- und Adoptionselternschaft.
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